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Häufig gestellte Fragen

Alles Wissenswerte zu Mautstraßen, Vignetten und Reiseregelungen in Deutschland und Österreich – klar, sachlich und auf einen Blick.

Deutschland

Häufige Fragen zur deutschen Maut

Alles Wissenswerte rund um PKW-Maut, LKW-Abgaben, mautpflichtige Strecken, das Toll-Collect-System und geltende Bußgelder – klar und verlässlich zusammengefasst.

Nein – für Personenkraftwagen (PKW) gibt es in Deutschland derzeit keine Mautpflicht auf Autobahnen oder Bundesstraßen. Das Infrastrukturabgabengesetz, das eine PKW-Maut einführen sollte, wurde 2019 vom Europäischen Gerichtshof für rechtswidrig erklärt und ist nicht in Kraft getreten. Damit können Pkw-Fahrer alle deutschen Autobahnen und Bundesstraßen weiterhin kostenlos nutzen – egal ob mit deutschem oder ausländischem Kennzeichen. Es gibt lediglich vereinzelte gebührenpflichtige Tunnel und Brücken (z. B. den Herrentunnel in Lübeck oder die Rügenbrücke), die privat betrieben werden.

Die LKW-Maut in Deutschland ist eine streckenbezogene Gebühr für schwere Nutzfahrzeuge ab 7,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse. Sie wird seit 2005 auf Bundesautobahnen und seit 2018 schrittweise auch auf Bundesstraßen erhoben. Seit Juli 2024 gilt die Maut auch für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Der Mautsatz richtet sich nach der gefahrenen Strecke, der Anzahl der Achsen, der Emissionsklasse des Fahrzeugs und seit 2024 auch nach dem CO₂-Ausstoß. Die Sätze liegen je nach Fahrzeugklasse zwischen etwa 0,10 und 0,50 Euro pro Kilometer.

Für LKW ab 7,5 t (bzw. ab 3,5 t seit 2024) sind alle rund 13.000 km Bundesautobahnen sowie bundesweit gut 52.000 km Bundesstraßen mautpflichtig. Für PKW gilt: Das gesamte Autobahn- und Bundesstraßennetz ist kostenlos befahrbar. Ausnahmen bilden wenige privat betriebene Infrastrukturen wie der Herrentunnel Lübeck (3,50 € je Richtung für PKW), die Fehmarnsundbrücke und einige weitere Sonderbauwerke. Diese Sondermautpflichten sind lokal ausgeschildert und gelten unabhängig von der generellen Netzgebühr.

Toll Collect ist das staatlich beauftragte System zur Erhebung der LKW-Maut in Deutschland. Fahrzeuge können über drei Wege abrechnen: (1) On-Board-Unit (OBU): Ein im Fahrzeug installiertes Gerät erfasst die gefahrene Strecke per GPS automatisch und meldet sie an Toll Collect. Dies ist die gängigste Methode für gewerbliche Spediteure. (2) Einbuchung am Terminal: An rund 3.500 Toll-Collect-Terminals (z. B. an Tankstellen und Raststätten) sowie online kann die geplante Route manuell eingebucht werden. (3) Manuelle Einbuchung im Internet: Über das Internetportal von Toll Collect lässt sich die Fahrstrecke ebenfalls vorab anmelden. Die Kontrolle erfolgt durch stationäre Mautbrücken über der Fahrbahn sowie durch mobile Kontrolleinheiten der Bundespolizei und des Bundesamts für Güterverkehr (BAG).

Verstöße gegen die LKW-Mautpflicht werden in Deutschland vom Bundesamt für Güterverkehr (BAG) geahndet. Bei vorsätzlicher oder fahrlässiger Nichtentrichtung der Maut droht ein Bußgeld von bis zu 20.000 Euro. In der Praxis betragen die Regelbußgelder für die häufigsten Vergehen: fehlende Einbuchung vor Fahrtantritt 240 €, falsche Achszahl angegeben 120 €, falsche Emissionsklasse angegeben 120 €, Manipulation der OBU bis zu 20.000 €. Darüber hinaus kann das Fahrzeug bis zur Begleichung der Mautschuld und des Bußgelds festgehalten werden. Ausländische Fahrzeuge unterliegen denselben Regelungen.

Hinweis: Die hier aufgeführten Informationen basieren auf dem aktuellen Stand der deutschen Straßenverkehrsgesetzgebung. Bei Unsicherheiten empfehlen wir, offizielle Quellen wie toll-collect.de oder das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) zu konsultieren.

ATÖsterreich & Vignetten

Häufige Fragen zur österreichischen Vignette

Alles Wissenswerte rund um Vignettenpflicht, Gültigkeit, Preise und Fälschungsschutz – klar und kompakt erklärt.

Nein, die Vignettenpflicht gilt in Österreich ausschließlich auf Autobahnen und Schnellstraßen (A- und S-Straßen), die von der ASFINAG betrieben werden. Auf Bundesstraßen, Landesstraßen und innerörtlichen Straßen ist keine Vignette erforderlich. Allerdings gibt es darüber hinaus einige mautpflichtige Sonderabschnitte – wie den Brenner, den Arlbergtunnel oder die Großglockner Hochalpenstraße –, für die eine gesonderte Streckenmaut erhoben wird, die unabhängig von der Vignette zu entrichten ist. Es empfiehlt sich daher, die geplante Route vorab genau zu prüfen, um unerwartete Zusatzkosten zu vermeiden.

Das hängt vom zulässigen Gesamtgewicht (zGG) des Fahrzeugs ab. Wohnmobile bis 3,5 Tonnen zGG benötigen die reguläre Pkw-Vignette. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zGG – also schwerere Wohnmobile und Reisemobile – fallen nicht mehr unter die Vignettenpflicht, sondern unter die fahrleistungsabhängige Lkw-Maut (GO-Maut), die elektronisch über ein DSRC-Gerät oder ein Navi-System abgerechnet wird. Prüfen Sie deshalb vor Ihrer Reise unbedingt das zulässige Gesamtgewicht Ihres Fahrzeugs im Fahrzeugschein, damit Sie die richtige Mautkategorie wählen.

Ja, seit 2018 bietet die ASFINAG die Digitale Vignette an, die vollständig online erworben werden kann – zum Beispiel unter asfinag.at oder über autorisierte Vertriebspartner. Die digitale Vignette ist an das amtliche Kennzeichen Ihres Fahrzeugs gebunden und muss nicht am Windschutzscheibe angebracht werden. Sie wird automatisch im System hinterlegt und bei Kontrollen elektronisch überprüft. Der Kauf ist rund um die Uhr möglich, die Gültigkeit beginnt frühestens am Folgetag nach dem Kauf. Physische Vignetten sind weiterhin an Tankstellen, ASFINAG-Servicestellen und in Tabakläden erhältlich.

Für das Jahr 2025 gelten folgende offiziellen Preise der ASFINAG für Pkw und Motorräder: Die Jahresvignette kostet 103,80 Euro (digital) bzw. 103,80 Euro (Pickerl). Die 2-Monats-Vignette schlägt mit 29,00 Euro zu Buche und eignet sich besonders für längere Urlaubsreisen. Die 10-Tages-Vignette ist für 9,90 Euro erhältlich und ist ideal für kürzere Transitfahrten oder Wochenendausflüge. Für Motorräder gelten eigene, günstigere Tarife. Diese Preise gelten ausschließlich für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen – für schwere Fahrzeuge wird die gesonderte Lkw-Maut fällig. Preise können sich jährlich leicht ändern; überprüfen Sie stets die aktuellen Tarife auf asfinag.at.

Originale Österreich-Vignetten der ASFINAG verfügen über mehrere Sicherheitsmerkmale, die eine Fälschung erschweren: Hologrammstreifen auf der Klebefolie, ein spezielles Sicherheitsmuster im Untergrund, Mikroschrift sowie eine einmalige Seriennummer. Die Farbe der Vignette wechselt jedes Jahr – 2025 ist die Vignette in einer bestimmten Farbe gehalten, die offiziell von der ASFINAG kommuniziert wird. Beim Kauf sollten Sie ausschließlich auf offizielle Vertriebskanäle setzen: autorisierte Tankstellen, ÖAMTC/ARBÖ-Stellen, Tabaktrafiken oder das offizielle Online-Portal. Vorsicht bei unbekannten Online-Shops oder auffällig günstigen Angeboten – eine gefälschte Vignette ist wertlos und kann zu Bußgeldern in dreistelliger Höhe führen.

Weitere Fragen zur deutschen Mautpflicht?

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